Grußwort Landrat Klaus Pavel, Ostalbkreis
Kinder brauchen in ihrem Alltag Unterstützung und Anleitung von Erwachsenen. Trauernde Kinder und Jugendliche, die ein Familienmitglied verloren haben, oder die Geschwister eines Kindes mit einer schweren und lebensverkürzenden Krankheit benötigen unsere besondere Aufmerksamkeit. In ihrem oft schwierigen Lebensalltag müssen sie ihre Bedürfnisse den Gegebenheiten unterordnen. Dabei fällt es ihnen schwer, ihre eigenen Sorgen und Nöte in der Familie auszudrücken, weil sie ihre Eltern und Geschwister nicht noch zusätzlich belasten möchten.
Der Malteser Kinder- und Jugendhospizdienst Ostalb-Heidenheim widmet sich mit vielfältigen Angeboten speziell diesen Kindern und Jugendlichen. Ehrenamtliche Hospizpatinnen und –Paten besuchen die Familien und schenken den gesunden Geschwisterkindern ihre Zeit und ungeteilte Aufmerksamkeit. Sie sind für die Betroffenen wichtige Ansprechpartner, Vertrauensperson und Berater.
Auch trauernde Kinder und Jugendliche, die ein Familienmitglied verloren haben, finden beim Malteser Kinder- und Jugendhospizdienst Ostalb-Heidenheim eine Anlaufstelle, die für sie stets ein offenes Ohr hat. Zur Trauerbegleitung gehören Angebote der gemeinsamen Freizeitgestaltung. Ziel der Trauer- und Freizeitgruppen ist es, die Kinder und Jugendlichen zu stärken, sie zu ermutigen, sich mit ihrer Trauer auseinander zu setzen und ihnen Wege aufzuzeigen, diese Trauer in ihrem Lebensalltag zu integrieren.
Wie wichtig dieser Dienst ist, belegen die aktuellen Zahlen: im Ostalbkreis betreut der Malteser Kinder- und Jugendhospizdienst rund 25 junge Menschen in deren besonderer Lebenssituation. Die drei wichtigsten Aufgaben der ehrenamtlichen Hospizpatinnen und –Paten sind die Begleitung, die Beratung und die Vermittlung für die ganze Familie. Dieser Einsatz beginnt mit der Diagnosestellung bis zum Tod des kranken Kindes. Darüber hinaus begleiten sie die Familien auch auf ihrem Trauerweg. Der ehrenamtliche Einsatz ist ein großartiges Zeichen der Nächstenliebe und er verdient unsere Unterstützung.
Grußwort Landrat Hermann Mader a. D. , Heidenheim
Sterben und Tod sind in unserer Gesellschaft, vor allem im Zusammenhang mit Kindern und Jugendlichen ein Tabuthema. Nach aktuellen Zahlen der Landesarbeitsgemeinschaft Hospiz Baden-Württemberg leben rund 3000 Kinder im Land, die an einer schweren und lebensverkürzenden Krankheit leiden. Auf den Landkreis Heidenheim gerechnet sind das etwa 30 betroffene Kinder und deren Familien. Diese Zahlen verdeutlichen die Notwendigkeit, sich in der Öffentlichkeit mit diesem Thema auseinander zu setzen.
Das Leid der betroffenen Familien lässt sich nur schwer in Worte fassen. Mit der Diagnose einer lebensverkürzenden Krankheit bei einem Kind ist nichts mehr so, wie es vorher war. Die Organisation des Alltags ist schwierig, weil sich ein Elternteil entweder in der Klinik oder zu Hause oft ohne Unterbrechung um das kranke Kind kümmern muss, während der andere Elternteil vom Haushalt über die Versorgung der gesunden Kinder bis zur Erwerbstätigkeit alles alleine erledigen muss. Der Fokus der Eltern ist meistens auf das kranke Kind gerichtet. In dieser Zeit verlieren die Geschwisterkinder oft die Sicherheit des Alltags und müssen ihre Bedürfnisse zurückstecken.
Der Malteser Kinder- und Jugendhospizdienst Ostalb-Heidenheim bietet den betroffenen Familien und vor allem den Kindern und Jugendlichen seine Unterstützung an. Ehrenamtlich engagierte Hospizpatinnen und –Paten begleiten und beraten diese Familien und versuchen, den gesunden Geschwisterkindern eine Stütze im Alltag zu sein. Für trauernde Kinder sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Malteser Kinder- und Jugendhospizdienstes Ansprechpartner für alle Fragen rund um das Thema „Tod und Trauer“.
Ich freue mich, dass der Malteser Kinder- und Jugendhospizdienst Ostalb-Heidenheim auch in unserem Landkreis aktiv ist. Dieses Engagement der ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist beispielhaft und verdient unseren Respekt und Anerkennung.
